XR-Ausstellung

XR im Tanzmuseum

 4.–18. Oktober | 14–19 Uhr (außer mittwochs)

Tanzmuseum des Deutschen Tanzarchivs Köln
Im Mediapark 7 | 50670 Köln

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Die Oneironautica-Serie

Idee und Produktion: Laurenz Ulrich x MIREVI
Inhaltliche Konzeption: Christian Geiger
Entwicklung: Leon Repp, Christian Zimmer, Laurenz Ulrich
Sound Design: Laurenz Ulrich
Consulting: Ivana Družetić-Vogel, Sven Schlötcke

 

Im Tanzmuseum begegnen Sie den drei letzten Episoden der Oneironautica-Serie: Entfremdung, Wandlungund Catalyst.
Die Serie besteht aus interaktiven Virtual-Reality-Installationen (VR), die MIREVI in Zusammenarbeit mit Laurenz Ulrich und dem Theater an der Ruhr entwickelt hat im Rahmen des Projekts „Theater der erweiterten Realitäten“. Die Serie untersucht Schnittstellen zwischen Theater und digitalem Raum und sie erweitert Erzählweisen und ästhetische Erfahrungen über traditionelle Bühnenformate hinaus. Darstellung, Wahrnehmung und Partizipation werden neu betrachtet.

Fünf Episoden entstanden zwischen 2023 und 2026. Sie zeigen dieselbe, wiederkehrende virtuelle Umgebung: ein dreidimensional gescanntes Theater, das durch Point-Cloud-Ästhetik transformiert wurde in eine sich wandelnde Architektur von Erinnerung und Wahrnehmung. Point-Cloud-Daten haben traumähnliche Qualitäten; diese nutzen die Kapitel, indem sie die Empfindung eines Aufwachens aus einem luziden Traum hervorrufen. Die Serie wurde anhand der saisonalen Themen des Theaters konzipiert und inspiriert von literarischen und philosophischen Texten. Sie überträgt dies in Klang, Bewegung und Interaktion. Wie können Bewusstsein, Identität, soziale Beziehungen und Imagination durch VR erfahren werden?

Die Oneironautica-Serie ist eine Produktion des MIREVI Teams (Mixed Reality and Visualization, University of Applied Sciences Düsseldorf) und dem Theater an der Ruhr in Mülheim an der Ruhr im Rahmen des Forschungsprojekts „Theater der erweiterten Realitäten“. Förderer: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen von NEUE WEGE in Zusammenarbeit mit dem NRW KULTURsekretariat.

 

Für weitere Informationen klicken Sie auf folgende Titel:

Oneironautica III: Entfremdung

Texte: Franz Kafka
Stimmen: Steffen Reuber (Die Brücke, Heimkehr), Dagmar Geppert (Der Geier, Gemeinschaft)

 

Im Zentrum stehen vier Parabeln von Franz Kafka (1883 – 1924): „Heimkehr“, „Die Brücke“, „Der Geier“ und „Die Gemeinschaft“. Sie werden als audiovisuelle Skulpturen inszeniert, verbinden Literatur, Klang und räumliche Abstraktion miteinander. Vier geheimnisvolle Formen locken, näher zu treten – erst aus der Nähe offenbaren sie ihre eigentliche Gestalt.
Kafkas knappe, dichte Erzählungen kreisen um Fremdheit, Identität und das Spannungsverhältnis zwischen dem Selbst und den Anderen und fügen sich in die traumartige, introspektive Atmosphäre des virtuellen Raums ein. So entsteht eine meditative Reise in die Tiefen menschlicher Existenz; die komplexe und oft schmerzhafte Natur zwischenmenschlicher Beziehungen wird erfahrbar.

Oneironautica IV: Wandlung

Stimmen: Steffen Reuber (Intro, Outro), KI-generierte Stimme (Gedichte)
Textgrundlage / Inspiration: Zhuangzi, Der Schmetterlingstraum (Übers. Richard Wilhelm, 1912); Edgar Allan Poe, A Dream Within a Dream (1849)

Deutschland 2026, 8‘

 

Inspiriert vom „Schmetterlingstraum“ des daoistischen Philosophen Zhuangzi (4. Jahrhundert v.Chr.) berührt die Installation die schimmernde Grenze, an der Identität sich verflüchtigt und neu entsteht.
Bin ich es, der/die träumt? Oder träumt etwas anderes durch mich?
Das Paradoxon des Schmetterlings wird neu verhandelt: Welche Gestalt nimmt ein schöner Traum an, wenn man ihn weitergibt?

Eine gesprochene Erzählung führt in den Schmetterlingstraum ein und öffnet einen Zwischenzustand, in dem die Besucher*innen eingeladen sind, Motive eines schönen Traums auszusprechen. Diese lösen sich von ihrer Quelle und verbinden sich mit den Spuren der Vorgänger*innen. Auf der Bühne des virtuellen Theaters erscheinen die gesammelten Traumbilder schwebend: Aus Worten entstehen Formen, aus Formen Verse, aus Versen ein Geflecht. In Anlehnung an die japanische Tanka-Renga-Tradition verbinden sich einzelne Beiträge zu einer gemeinsamen, wachsenden poetischen Kette.
Es ist eine Einladung, den eigenen schönen Traum zu verschenken – und sich in den Visionen der anderen wiederzufinden.

Oneironautica V: Catalyst

Textgrundlage / Inspiration: Fjodor Dostojewski, Der Traum eines lächerlichen Menschen (1877); Charlie Chaplin, Der große Diktator (1940)

Deutschland 2026, 8‘

 

Der letzte Teil der Oneironautica-Serie untersucht die Beziehung zwischen individuellem Handeln und kollektivem Verhalten durch verkörperte Interaktion. Man tritt in eine Menge abstrakter humanoider Figuren ein, deren Bewegungen sich je nach Nähe und Abstand neu organisieren.

In der ersten Phase führt die Interaktion zum Entstehen einer zunehmend feindseligen und vereinigten Masse, die Konformität und autoritäre Eskalation evoziert. An einem Wendepunkt initiiert eine Lichtquelle eine zweite Phase. Einzelne Figuren gewinnen schrittweise wieder Offenheit und wohlwollendes Verhalten zurück. Die Teilnehmer*innen können diese positive Transformation durch Bewegung und Präsenz beeinflussen.

Inspiriert von Werken von Dostojewski und Chaplin lädt die Installation die Teilnehmer*innen ein, zu erfahren, wie fragil kollektive Systeme sind und wie selbst kleine Gesten sowohl Horror als auch Hoffnung erzeugen können.

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We are nature!

Deutschland 2026, ∞
Konzept und Choreografie: Anja Neubecker

 

Die Pulheimer Künstlerin schreibt: Die Erde, in die wir zurückkehren, ist die Erde, auf der wir tanzen. Alles ist vergänglich. Wie wollen wir mit ihr umgehen? Zerstören wir die Natur, zerstören wir uns selbst. Wir existieren nur in Ko-Existenz mit ihr. Indem wir uns in die komplexe Zusammengehörigkeit eingraben, erwachen alle Sinne, und wir erkennen die Schönheit aller Species und der Schöpfung. Intuition und Kreativität eröffnen uns Räume für Neues und erlauben uns, dass wir spielerisch mit Natur, mit uns und mit anderen Menschen umgehen. Wir leben durch diese Verbindung in Raum und Zeit. Die Erinnerung ans Erinnern wird täglich neu geschrieben. Spiele, um globales Heilen durch Zusammensein zu erleben!