
Baleines
Belgien 2025, 8‘23‘‘
Regie: Sylvain Dufayard
Choreografie: Nicole Mossoux
Synopsis
Der Film hinterlässt den Eindruck von etwas, das nach einem Ereignis bestehen bleibt – wie ein stiller Nachhall oder ein Überbleibsel der Vergangenheit. Etwas, das sich von der Schwerkraft gelöst hat. Die visuell eindrucksvolle Gestaltung verstärkt diese kontemplative Wirkung:
Die Kamera bewegt sich zwischen vier Frauen, die scheinbar stehen im Ozean, die schweben, ohne Hemmung, ohne Angst. Der Titel heißt übersetzt: Wale.

Portrait at 19
Deutschland/Nigeria 2026, 5‘04‘‘
Regie und Choreografie: Michael Maurissens
Synopsis
Der Film, der in Finnland entstand, setzt sich mit einem literarischen Text von Taiye Ojo aus Nigeria auseinander. Die Zusammenarbeit mündete in eine Reihe von „poetry films“, die Stimme, Bild und Zeitlichkeit miteinander verquicken. Gesprochene Worte in modulierten Rhythmen; das bewegte Bild bricht das Gedicht wie in Prismen, Verzögerungen und Echos entstehen, subtile Reibungen zwischen Sprache und Landschaft durch Aufmerksamkeit, Pausen, sinnliche Erfahrungen.
Es geht um einen Moment: wenn man zur Ruhe kommt und das eigene Leben reflektiert. Wozu greife ich, wenn ich mich „ungesättigt“ fühle?
Der Kölner Tanzfilmemacher Michael Maurissens verbindet seit einigen Jahren Film mit Dichtung.

Pipe Dream
Australien 2022, 5‘29‘‘
Regie und Choreografie: Xin Ong
Synopsis
Der Film wurde in Wooroloo gedreht, am Rande der Großstadtregion von Perth. Es geht um die Ursachen der Klimakrise und die gegenseitige Abhängigkeit von Mensch und Natur, speziell die furchtbaren Auswirkungen der Buschfeuer in West-Australien.
Zwei menschliche Lebewesen, unsichtbar verschaltet, erscheinen immer wieder draußen in der Natur. Verschwinden. Stetig besiedeln sie den eigentlich „natürlichen“ Raum, der im Laufe der Zeit Lebendigkeit und Farbintensität verliert und lassen ihn fahl zurück.
Die Pipeline, die in dem Film vorkommt, wurde 1903 gebaut, um abgelegene Goldminen-Siedlungen mit dem Wasser aus den Perth Hills zu versorgen. Das Wasser wird bis heute weggepumpt, bis in den Wheat Belt, den prosperierenden Weizenanbau.

Dohri si Zindagi
Indien 2024, 2’38’’
Regie: Chirayu Santosh Surve
Choreografie: Tushar Chitte
Synopsis
Ein junger Mann, dargestellt von Tushar Chitte, arbeitet tagsüber in einer Straßenküche. Kaum zuhause, Kopfhörer auf, vertieft er sich ins Tanzen. Fühlt sich weit weg von der Stadt. „Zweifaches Leben“ heißt der Titel: eins online, mit Musik und Tanz auf dem Bildschirm und für den Bildschirm, und das andere, wirklichere. Indem er sich der ersteren hingibt, bröckeln seine Verbindungen zur Realität. Bis ihn ein Erlebnis zwingt, sich mit seinen Beziehungen und seiner Identität im Sinne eines ehrbaren Lebens auseinanderzusetzen.

Wondarland
Tansania 2025, 29‘16‘‘
Regie und Choreografie: Matthieu Nieto
Synopsis
Ein junger Mann wandert durch Dar es Salaam, eine Großstadt mit über 7 Millionen Einwohner:innen am Ufer des Indischen Ozeans. Der sorgsam choreografierte Kurzfilm schickt die Zuschauer:innen auf eine traumähnliche und poetische Reise. In dieser Coming-of-Age-Story in Episoden tauchen unterschiedliche Figuren und Rituale mit Masken und Kostümen auf, die den Protagonisten leiten auf seiner Expedition zu seinem Selbst, hin zur Akzeptanz.
Der Regisseur und Choreograf Matthieu Nieto wählte im Oktober 2023 bei einer Audition fünf Performer:innen für das achtwöchige Projekt aus. Das Skript entstand im gemeinschaftlichen Prozess, bei dem die Beteiligten ihre Vorstellungen von sich selbst im Kontext ihres Landes Tansania reflektierten. Der Film wurde dann an sieben Tagen an der Jahreswende 2023/24 gedreht an verschiedenen Orten in Dar es Salaam. Die Zusammenarbeit schweißte damals 38 Personen, Profis und Amateure, zu einer Community zusammen.
