XR-Ausstellung

Cycle
Niederlande 2026, 15‘
Konzept: Matunda Groenendijk & Amit Palgi
Choreografie: Amit Palgi
Synopsis
Die 3D-Künstlerin Groenendijk und Tänzer-Choreograf Palgi verschmelzen performative mit visuellen Künsten, um das universelle Kreiseln, „looping“, von Zeit, Körpern, Leben darzustellen. Tanz steht dabei im Mittelpunkt. Im digitalen Raum wird hier eine Unendlichkeit erlebbar, die sowohl Tageszyklen als auch den Kreis von Tod und Geburt ausdehnt. So werden die Zuschauer:innen eingeladen, Muster und Zyklen des Lebens nachzuvollziehen, ja sogar zu gestalten, in drei Akten, die sie arrangieren können: Alone. We repeat. Endlessly. Allein. Wir wiederholen. Unendlich …

We, brute force
Deutschland 2026, 7‘
Konzept und Choreografie: Charlotte Triebus
Synopsis
In dieser Miniatur mit 180° stereoskopischer VR treten zwei Tänzer auf, Misha Ostenrath und Kevin Beyer, die zur New Human Body Society um die Kölner Künstlerin Charlotte Triebus gehören.
Der Ausgangspunkt ist rohe Gewalt als Strategie: wie systematische Trial-und-Error-Kräfte sowohl in Algorithmen als auch bei der Kriegsführung benutzt werden.
In der Arbeit geht es um Schuld und Unschuld, die als Zustände zwischen Subjekten und nichtmenschlichen Agenten im Zeitalter von KI so schwer fassbar sind.
In der Choreografie sind die menschlichen Wesen zart, fehlbar und sie fallen, gehen mit ihren Kostümen von Flora Miranda fast in ihrer Umgebung auf. Zu hören sind dabei Texte, narrative Fragmente, rhythmisch verzogen, ebenso verwickelte Algorithmen. So wird Gewalt zur poetischen Methode, die durch ihre Unmöglichkeit die Suche eröffnet: nach Verstehen, Sinn und Schutz.

Rapture II – Portal
Frankreich 2025, 19‘
Konzept: Alisa Berger
Choreografie: Marko Kolomytskyi
Synopsis
Die VR-Installation stellt den ukrainischen Vogue-Tänzer Marko in den Mittelpunkt: seine verlassene und inzwischen unzugängliche Wohnung in der Region Donbas. Dort wütet der Krieg schon seit zehn Jahren.
Markos Zuhause ist nun ein virtueller Raum, der mittels eines 3D-Scans von Fotografien erschaffen wurde. Ihn kann er nun zurückerobern. Dabei verbindet sich die Idee des physisch verlorenen Heims mit dem Körper des Tänzers als unzerstörbares Zuhause.
Der VR-Film wird angereichert durch die Kommentare Markos bei der Tour durch die Wohnung, strukturiert als Hypnosesitzung, um Erinnerungen zu erwecken. Lücken sind von den Zuschauer*innen zu füllen.
Und der Raum verbindet sich mit 3D-Scans von Fotos, die neuerdings zerstörte ukrainische Gebäude zeigen. Der Vogue-Tanz wird zur Waffe, indem er die Kraft und die Schwäche des tanzenden Körpers konfrontiert mit Kriegstechnologie.

Underdeck 360°
U.S.A. 2022
Konzept und Choreografie: Jessica Thomas
Synopsis
Die amerikanische Tanzkünstlerin bezeichnet “Underdeck 360°“ als Teil einer wachsenden Serie von Dialogen zwischen ihrem tanzenden Körper – mit den Körpersinnen und außerkörperlichen Sinnen – und den „Personas“ unterschiedlicher Umgebungen. Jeder dieser Dialoge fragt, wie das „bewusste Zuhören“ als Prozess verkörpert werden kann: aufmerksam zu sein während der Kommunikation zwischen mir und jemand anderem, während ich gleichzeitig die Gefühle und Bedürfnisse auf meiner Seite und auf der des Gegenübers wahrnehme. In „Underdeck 360“, 360° gefilmt, trifft die Tänzerin in einem Untergrund-Ort auf Kieselsteine, Wände, ein Blatt, Licht und Schatten, Wasser. Sie reibt, räumt, rollt und legt sich.
