
Rottig
Niederlande 2026, 17‘33‘‘
Regie: Liam Minnebo
Choreografie: Nikki Duin
Synopsis
Eine junge Frau kommt vom Shoppen. Die Wohnung ist still. Dann läuft der Fernseher, brabbelt in die Ruhe hinein. Die Frau wird gepackt von einem anschwellenden Sturm von Erscheinungen – Informationen? Gedanken? Vorwürfen? –, als sei ein Geist aus einer Flasche entwichen, in diesem Fall aus einem angebissenen Apfel. Die Filmgestaltung integriert wie eine Collage Animationen und Schrift, Genre-Vorbilder werden zitiert, der Film-Taumel entspricht dem Tanz und dieser dem Erleben der Protagonistin.

The __ Between us
Deutschland 2025, 9’30’’
Regie und Choreografie: Maayan Reiter
Synopsis
Wie beziehen wir uns auf einander, auf uns selbst und die Welt um uns? Der Film lässt seine zwei Protagonistinnen in den Himmel schauen; die Kamera blickt herab auf die beiden auf Asphalt. Techniken aus dem Tanz der Contact Improvisation treffen auf digitale Animationen; eine Geschichte entsteht durch Dialog, Tanz und KI-generierte Bildwelt. Digitale Transformationen verflüssigen, wie magisch, die äußerliche Identität der Tanzenden. Dieses Tanzen mit Partner:in steht dafür, wie wir andere wahrnehmen, ausgehend von eigenen inneren Zuständen, Gefühlen, Träumen.

WE
U.S.A. 2025, 3‘51‘‘
Regie und Choreografie: Sarah Elgart
Synopsis
Durch die Straßen von Venice Beach in Kalifornien wandern Ausgestoßensein und Mangel Hand in Hand mit Überfluss und Reichtum. Eine Stadt, zwei Männer. Leben und Leidenschaft. Die zwei erleben dieselben Momente und driften immer wieder in Parallelwelten ab, vielleicht Vergangenheiten, vielleicht Zukünfte.
So geht der Film mit den Mitteln des Tanzes und dem, was die Orte bieten, Gefühlen nach: Isolation und Zugehörigkeit, Verachtung und Mitgefühl.

The (un)fortunate encounters of Kika and Pedro
Mexiko 2025, 7’50’’
Regie und Choreografie: Germán Aguila Gonzalez, Lola Ramírez
Synopsis
Kika und Pedro lernen sich in einem altmodischen Café (Rauchen erlaubt) kennen. Ein paarmal, immer wieder von vorn. Aus Redegesten werden Hände, die sich über den Tisch berühren, Köpfe werden schwer, Stimmungen kippen. Irgendwo ist noch Schwung: beim Navigieren von Gefühlen, Erinnerungen, Berührungen, von Kämpfen und Begehren, Paartanz auf Teppich, mit lauter Romantik und Realität. Falls es die gibt. Asche fällt.
Regie führte das tanzende Paar selbst.

Ane One Two
Armenien 2025, 8‘27‘‘
Regie: Angelina Zemlianova
Choreografie: Andrey Tikhonov
Synopsis
Eine Tänzerin erwartet ein Kind. Sie ist hochschwanger. Treibt durch ihre Wohnung, Alltag und sanfter Tanz. Ihre Stimme begleitet sie dabei, immerzu zählt sie und fügt zwischen die Zahlenreihen ihre Gedanken. Turbulente Gefühle, Zukunft und Vergangenheit, körperliche und geistige Veränderungen, dazu die krisenhaften Zeiten: Das gestalten sie und der Film mit Zeitgenössischem Tanz. Er stellt den Weg zu sich selbst und darüber hinaus dar. Dann ist das Kind da, ein neuer Mensch.

Father, Father
Australien/Schweiz 2025, 11‘19‘‘
Regie und Choreografie: József Trefeli
Synopsis
Der australische Tänzer József Trefeli wurde nach seinem Großvater benannt. Er hat ihn nie kennengelernt und macht sich nun auf die Reise in die Familiengeschichte. Sein Vater, ein Ungar, war 1956 nach dem erfolglosen Aufstand gegen die Kommunisten nach Australien geflohen. Von den Echos seiner Herkunft angezogen, versucht József sich wieder zu verbinden mit der Sprache und Kultur seiner Vorfahren. Angeleitet von der Stimme seines Vaters und den lange gehegten Geschichten wagt er sich ins Heimatland der Ahnen. Dort deckt er ein Erbe auf, in dem sich Geschichte und Erinnerungen ineinander verwoben haben.
