Kurzfilme 4: Beyond Innocence
In den drei Filmen geht es um Kindheit: in Brasilien, in der Ukraine, auf den Philippinen. Kinder und Jugendliche stehen im Mittelpunkt; doch richten sich die Filme an ein erwachsenes Publikum. Drei junge Regisseur:innen in ihren Zwanzigern zeigen erstaunliche filmische Reife.
Samstag | 10. Oktober 2026 | 20:00 Uhr
Filmforum NRW im Museum Ludwig
Bischofsgartenstr. 1 | 50667 Köln

Samba Infinito
Brasilien 2025, 15‘
Regie: Leonardo Martinelli
Choreografie: Soraya Bastos, Leonardo Martinelli
Synopsis
Wie können Trauer um Verlust, Sehnsucht und Liebe koexistieren?
Ein Straßenkehrer hat gerade seine Schwester verloren, muss aber seine Arbeit tun und findet ein Kind.
Ein Bündel von Gefühlen wird hier aufgewirbelt während des Karnevals in Rio, einem riesigen Spektakel. Sie werden immer heftiger. Der Film verfugt anhand seiner Hauptfigur den Kreislauf des Lebens mit der Kraft der Tradition, sensibel und magisch mit surrealen Elementen.
Wiederholt befasste sich der Regisseur mittels Tanzfilm mit den sozialen Problemen in Brasilien.

Yellow-blue Butterflies
Ukraine 2025, 12’
Regie: Yelyzaveta Golubenko
Choreografie: Yaroslav Kaynar
Synopsis
Kinder und Krieg. Der Film vermittelt Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Die Stärke der Jugend und des Zusammenhalts bildet den Kern seiner Botschaft. Der Film gibt den ukrainischen Kindern eine Art Stimme, indem er Choreografie, also Kunst, mit dem (non-fiction-) Filmemachen verbindet. Eine körperliche Reise der Kinder, von inneren Chaos hin zu Harmonie: Tanz wird so zu einer universellen Sprache des Heilens; denn Gefühle und Trauma können hier ausgedrückt werden jenseits der Worte

Hataw
Philippinen 2026, 19’53’’
Regie und Choreografie: John Paul Soriano
Synopsis
Gino, gespielt von Jhon Espelita, ist 19, lebt auf den Philippinen und liebt Hip-Hop und Streetdance über alles. Tanzen bedeutet ihm Freiheit, Ausdruck und Gemeinschaft. Doch seine Familie ist nicht einverstanden damit, dass er Tänzer statt Automechaniker werden möchte. Seine anderen Jobbewerbungen sind erfolglos. Der Konflikt verschärft sich ausgerechnet in der Zeit der Vorbereitungen zum Tanzwettbewerb. Als er sich entscheidet, hat das schlimme Konsequenzen. Während sein Vater im Krankenhaus liegt, tritt Gino zum Contest an, mit seiner Crew.
Der in der Szene aktive, staunenswert professionelle Autor und Regisseur ist erst 21 Jahre alt. Sein Film bietet großartigen Streetdance, auf Plätzen und Straßen getanzt. Im Kontrast zur beengten, fensterlosen Wohnung.
